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Unverzichtbar in moderner Sagenwelt
Küchengerät mit Geschichte: Der Mikrowellenherd
Die Entdeckung kam per Zufall, heute ist er aus kaum einem Haushalt wegzudenken. Die Rede ist hier vom Mikrowellenherd, umgangssprachlich auch einfach „die Mikrowelle“, ohne den mancher Singlehaushalt wirklich aufgeschmissen wäre. Wer hätte gewusst, dass sich dieser moderne und nützliche Ofen bereits seit über 60 Jahren stets weiterentwickelt?
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Mikrowelle © Richard Villalon - Fotolia.com Vom Flugorter und dem geschmolzenen Schokoriegel Als der Wissenschaftler Percy Spencer im Auftrag seiner Firma an einem Radargerät mit besonders hoher Magnetstrahlung arbeitete, bemerkte er eher zufällig, dass ein Schokoladenriegel in seiner Tasche schmolz. Der findige Entdecker zog Rückschlüsse und stellte in der folgenden Zeit fest, dass sich Lebensmittel und andere Stoffe mittels starker, magnetischer Strahlung erhitzen ließen. Die Idee zum Mikrowellenherd war geboren. Die ersten und zaghaften Versuche startete man mit Mais, der durch die Strahlung wie durch Zauberhand zu Popcorn wurde. Weitere liefen unter anderem mit rohen Eiern, die, wie heute jedes Kind weiß, der starken Strahlung nicht standhalten und kurzerhand explodieren. Von der Industrie in den Haushalt Mikrowellentechnik wurde anfänglich nur zu militärischen Zwecken angewandt. Nach der Entdeckung der erwärmenden Eigenschaften machte man sich daran, die Vorzüge gezielt für die Lebensmittelbranche zugänglich zu machen. Das gelang aber nur schleppend. Der erste, nur für den gastronomischen Gebrauch hergestellte Mikrowellenherd hatte gigantische Ausmaße, war teuer und war somit für den privaten Gebrauch denkbar ungeeignet. Das änderte sich rasch, da die Flugindustrie die Forschung antrieb, um ihren Fluggästen während langer Flüge ein reichhaltiges Angebot aufgewärmter Speisen anbieten zu können. So zog die Mikrowelle ab Anfang der 1950er Jahre zuerst in Jumbojets und Ferienflieger, ab 1957 aber auch in Privathaushalte ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Geräte schon wesentlich kleiner und konnten so, trotz ihrer hohen Preise, im privaten Bereich eingesetzt werden. Die 70er – das Jahrzehnt der Mikrowellenherde Die Trendwende kam in den 1970er Jahren: Die Forschung und Weiterentwicklung ließ die Geräte immer haushaltstauglicher und vor allem auch günstiger werden, sodass am Anfang des Hippie–Jahrzehnts jährlich rund 40 Tausend Geräte über die Ladentheken der Haushaltselektronik-Geschäfte der USA gingen. Gute fünf Jahre später hatte sich die Zahl auf über eine Million erhöht und der Siegeszug des Mikrowellenherdes, auch über den Atlantik nach Europa, war eingeläutet. Es dauerte nur eine kurze Zeit, bis die Mikrowelle die bis dato üblichen Heißluft-Öfen aus den Küchen beider Kontinente verbannte. Gerüchte und Kritik taten dem Erfolg keinen Abbruch Kein Erfolg ohne Kritik. Nachdem das praktische Gerät in immer mehr Küchen zu finden war, dauerte es nicht lange, bis erste kritische Stimmen auf den gesundheitsschädlichen Faktor der Mikrowelle hinwiesen. Grund hierfür seien die elektromagnetischen Wellen, die aus dem Gerät entweichen sollen und so beispielsweise die Arbeit von Herzschrittmachern beeinträchtigen. Auch der Vorwurf, es würden der Nahrung alle Nährstoffe und Vitamine entzogen, wenn man sie in dem Mikrowellenherd erhitzt, kam auf. Beide Behauptungen stimmen, allerdings nur dann, wenn man den Mikrowellenherd falsch benutzt. Jedoch sei dazu gesagt, dass ein Herzschrittmacher erst dann auf die Strahlung reagiert, wenn man sich in unmittelbarer Nähe eines freiliegenden Magnetron, der Strahlenquelle, befindet. Die heutigen Geräte sind so gut verarbeitet, dass keine Strahlung nach außen dringt. Unverzichtbar und Teil der modernen Sagenwelt Aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften ist die Mikrowelle in der modernen Küche zum unverzichtbaren Haushaltsgerät geworden. Selbst in die moderne Welt der Sagen und Legenden hat sie Einzug gehalten, denn jeder kennt die Geschichten rund um explodierende Haustiere, die angeblich nach dem Bad im Mikrowellenherd getrocknet werden sollten. Nachforschungen ergaben, dass all diese Behauptungen zwar auf der Welle der Zeit liegen, aber dem Reich der Fantasie entsprangen. -Daniel D. Eppe-
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